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Musik selbst gemacht

 

Du bist bei Harmonielehre Teil 1 - Zirkel

Liebe Tastengemeinde!

Gehörst Du auch zu denjenigen, die sich der Faszination der kleinen Tasten-maschinen, genannt "Keyboards" nicht mehr entziehen können? Wenn ja, dann haben wir schon eine Gemeinsamkeit.

Ich, der Tasten-Schnuffi, möchte Dir dabei helfen, die ersten Schritte auf diesem Gebiet zu unternehmen.

Du hast noch keine musikalische Ausbildung? Kein Problem, hier findest Du die ersten wichtigen Tipps zum Erlernen, wie man auf einer Keyboard-Tastatur spielt.

Du weißt noch nicht, was für ein Keyboard, Mikro oder Lautsprecher Du Dir anschaffen willst. Kein Problem, ich sage Dir, auf was es ankommt.

Damit Musik machen bald zu Deiner Leidenschaft wird!

Wuff! - Dein Tasten-Schnuffi!

Harmonische Akkorde

Die Harmonie-Lehre ist die Lehre von den Akkorden, die miteinander verbunden sind, weil sie gut zusammen klingen. Harmonie bedeutet ja soviel wie "Übereinstimmung" und dies bezieht sich einmal auf einzeln klingende Töne als auch auf Akkord-Folgen. Es gibt Akkord-Folgen, die gut zusammenpassen und die Harmonie-Lehre erklärt warum.

In der Harmonielehre werden Tonleitertöne als Stufen bezeichnet. Jeder Ton wird mit einer römischen Zahl nummeriert.

Wie wir schon im Kapitel Akkorde gesehen haben, lassen sich zu jedem tonleitereigenen Ton, ein entsprechender Akkord zuordnen, der wiederum nur tonleitereigene Töne verwendet.

Für die Tonleiter C-Dur haben wir folgende Akkordstufen:

I - C-Dur
II - D-Moll
III - E-Moll
IV - F-Dur
V - G-Dur
VI - A-Moll
VII - H-Moll (vermindert)

Es werden also auch die Akkordfamilien mit römischen Zahlen bezeichnet. Was können wir damit anfangen?
Nun, erst einmal können wir sagen, daß auf jeder Tonleiter die Akkorde auf den Stufen I, IV und V Dur-Dreiklänge sind; während die Akkorde auf den Stufen II, III und VI Moll-Dreiklänge sind. Auf der Stufe VII ensteht ein verminderter Moll-Dreiklang. Das gilt für alle Tonleitern, ob es nun C-Dur oder D-Dur oder G-Dur ist.

In der Harmonielehre nennt man den Dreiklang, der auf dem Grundton der Tonleiter, also der I. Stufe aufbaut: Tonika. C-Dur ist also die Tonika auf der C-Dur Tonleiter. Sehr viele Musikstücke beginnen mit der Tonika und enden damit.

Weiterhin ist die IV. Stufe wichtig, sie wird Sub-Dominante bezeichnet. In unserem Beispiel der Tonleiter C-Dur ist das F-Dur.
Und als zweite Begleiterin ist die Stufe V, die Dominante sehr wichtig bei der Folge von Akkorden. In unserem Beispiel ist das G-Dur.
Subdominante und Dominante haben die Aufgabe, die musikalische Spannung aufzubauen und wieder zur Tonika hin zu lösen.
Versuche mal die Akkordfolge:

C-Dur F-Dur G-Dur zu spielen!


Merkst Du etwas? G-Dur am Ende wirkt irgendwie unvollendet. Wenn Du jetzt nach G-Dur wieder C-Dur spielst, folgt ein großes "Aaaahhhh..." - eine Erleichterung, die Auflösung zur Tonika ist gelungen. Diesen Schluß von der Dominante zur Tonika nennt man "authentischen Schluß".
Andererseits könntest Du natürlich auch:

C-Dur G-Dur F-Dur spielen!

Auch hier wirst Du feststellen, daß nach der Subdominante F-Dur etwas fehlt, Du mußt wieder zur Tonika, zu C-Dur zurückkehren um die Spannung zu lösen. Den Schluß von Subdominante zu Tonika nennt man "plagaler Schluß"; zu Deutsch: Nebenschluß.

Jetzt haben wir also schon ein richtig starkes Akkord-Team zusammen. Tonika, Dominante und Subdominante sind in zahlreichen Pop-, Rock- und Schlagerliedern die verwendeten Akkorde. Z.B. Satisfaction von den Rolling Stones basiert auf diesen drei Akkordfolgen oder Hey Jude von den Beatles.

Weil diese drei tonleitereigenen Akkorde der Stufen I, IV und V so wichtig sind, nennt man sie auch Haupt-Dreiklänge.

Und weil es Haupt-Dreiklänge gibt, muß es natürlich auch Neben-Dreiklänge geben ;-)

Die Neben-Dreiklänge beziehen sich zunächst auf unsere 3 Haupt-Dreiklänge, also C-Dur (Tonika), F-Dur (Subdominante) und G-Dur (Dominante).

Der Neben-Dreiklang der Tonika C-Dur ist A-Moll.
Der Neben-Dreiklang der Subdominante F-Dur ist D-Moll.
Der Neben-Dreiklang der Dominante G-Dur ist E-Moll.

Du stellst fest, alles ziemlich mollig, nicht wahr? Deshalb nennt man diese Neben-Dreiklänge auch Moll-Parallelen. Eine Tonleiter wird "parallel" genannt, wenn sie die gleichen Töne benutzt wie die Ausgangstonleiter. Die Moll-Parallele liegt immer eine kleine Terz, also 2 einhalb Töne tiefer als der Grundton der entsprechenden Dur-Tonleiter.

Bleiben noch die Gegen-Dreiklänge!

Als Gegen-Dreiklänge bezeichnet man die von den Haupt-Dreiklängen ausgehend eine große Terz über ihnen liegenden Akkorde.

Also C-Dur, eine große Terz darüber liegt der Ton E, der dazugehörige Akkord ist E-Moll und E-Moll ist also der Gegendreiklang von C-Dur. Interessanterweise ist E-Moll gleichzeitig die Moll-Parallele von G-Dur. Jetzt haben wir also einiges an Wissen, was wir erst mal verarbeiten müssen, gelle?

Der Gegen-Dreiklang von F-Dur ist A-Moll, eine große Terz über dem Ton F liegt ja A und der dazugehörige Akkord in der C-Dur-Tonleiter ist nun mal A-Moll.

Schließlich der Gegen-Dreiklang von G-Dur ist H-Moll, eine große Terz über dem Ton G liegt H und der dazugehörige Akkord in der C-Dur-Tonleiter ist H-Moll.

Die harmonische Aufgabe der Gegendreiklänge ist, die Haupt-Dreiklänge in bestimmten musikalischen Situationen zu vertreten.

Z.B. folgt in dem bekannten Klassiker "Yesterday" von den Beatles auf den Anfangsakkord C-Dur H-Moll als Gegen-Dreiklang von G-Dur, was an dieser Stelle überhaupt nicht möglich wäre. Dieses H-Moll ist ein zusätzlicher Akkord, eigentlich könnte es mit E7 einfach weitergehen, aber die Beatles wären eben nicht die Beatles, wenn sie nicht ein paar ungewohnte Akkordfolgen eingesetzt hätten.